Motiv für den Studiengang

Die Verkehrsnachfrage ist Ergebnis des individuellen Wunsches oder des Erfordernisses sich von A nach B zu bewegen. Dies soll möglichst schnell, sicher, komfortabel und kostengünstig geschehen, um nur einige der Optimierungsvariablen zu nennen. Der Verkehrsnachfrage steht das Verkehrsangebot gegenüber, also die Verkehrsmittel und die Infrastruktur, mit der die Verkehrsnachfrage abgewickelt werden kann. Das Verkehrsangebot ist begrenzt, die Verkehrsnachfrage wächst - lokal und sektoral unterschiedlich.

Es kann kein Verkehrsangebot erstellt werden, das an jedem Ort und zu jeder Zeit die Verkehrsnachfrage befriedigt. Überlastungserscheinungen zu verschiedenen Zeiten und einzelnen Verkehrsmitteln sind die Folge bei Überkapazitäten zu anderen Zeiten bzw. für andere Verkehrsmittel. Wenn das Verkehrsangebot nicht so hergestellt werden kann, wie es der heutigen Nachfrage entspricht, dann bleibt die Verkehrsnachfrage so zu beeinflussen, dass sie mit der möglichen Infrastruktur abgewickelt werden kann.

Hierbei gibt es verschiedene Ansatzpunkte. Diese reichen von der Verkehrserzeugung (Außer-Haus-Mobilität) über die Zielwahl, die Verkehrsmittelwahl (Modal Split) und die Wegewahl (Route). Auch zeitliche Verlagerungen sind möglich. Dabei gehen die Ansätze von kurzfristigen Maßnahmen wie z.B. die lokale Umleitung von Kfz-Verkehren auf Grund plötzlicher Ereignisse bis hin zu langfristigen Maßnahmen wie z.B. die Veränderung der Siedlungsstruktur zur Verkürzung von Wegen und deren Verlagerung auf Verkehrsmittel des Umweltverbundes.

Die Optimierung im Zusammenspiel von Verkehrsangebot und -nachfrage ist die Zielsetzung des Verkehrssystemmanagements. Dabei eröffnen sich mit der Verfügbarkeit von aktuellen Informationen - auch zu Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage an jedem beliebigen Ort in Echtzeit - bislang kaum quantifizierbare Möglichkeiten die Mobilitätsentscheidungen auf einer optimalen Entscheidungsgrundlage zu treffen.

Um diese Optimierung vornehmen zu können, bedarf es der Kenntnis über die verschiedenen Inhalte und deren Wechselwirkungen. Verkehrsingenieure, Geomatiker, Informatiker, Wirtschaftsingenieure sowie Elektro- und Informationsingenieure sind die derzeitigen Disziplinen, die am Verkehrssystemmanagement beteiligt sind. Dabei fehlen in den klassischen Ausbildungslinien die Verknüpfung der relevanten Inhalte, das Verständnis der Wechselwirkungen und die Kenntnis der Steuerungsmöglichkeiten der Verkehrsnachfrage. Somit fehlen derzeit Ingenieure, welche mit Abschluss des Studiums für dieses komplexe Feld qualifiziert sind. Hieraus resultierte die Anfrage aus der Industrie für einen Studiengang Verkehrssystemmanagement.

Zielgruppen

Studieninteressierte mit großem Interesse an mobilitätsbezogenen Fragestellungen sowie mit einer Affinität zu den aktuellen Informationstechnologien bilden primär die Interessentengruppe für den Bachelorstudiengang Verkehrssystemmanagement. Je nach Neigung und Interessenslage können im sechsten und siebten Semester folgende Vertiefungsschwerpunkte gesetzt werden:

  • Verkehrstelematik
  • Verkehrsplanung
  • Öffentlicher Personennahverkehr

Aufnahmeverfahren / Auswahlkriterien

Die Qualifikation für das Studium wird durch die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife nachgewiesen. Die Qualifikation für das Studium kann auch erworben werden durch:

  • die Verleihung der Fachhochschulreife in einem Berufskolleg
  • den erfolgreichen Abschluss der letzten Klasse einer Fachoberschule
  • den Nachweis einer gleichwertigen Vorbildung
  • eine Hochschul-Zugangsberechtigung für besonders qualifizierte Berufstätige.

Übersteigt die Bewerberanzahl die Aufnahmekapazität von 30 beträchtlich, wird die Zulassung zum Studium über ein hochschuleigenes Auswahlverfahren geregelt. Die Auswahlkommission besteht aktuell aus zwei Professoren. Die Auswahl erfolgt aufgrund einer Rangliste. Für die Bildung der Rangliste sind nachfolgende Auswahlkriterien maßgebend:

  • Mathematik
  • Deutsch
  • Englisch
  • Physik (ersatzweise Chemie, dann Biologie)
  • Durchschnittsnote der Hochschul-Zugangsberechtigung
  • Einschlägige Berufsausbildung
  • zusammenhängende Berufstätigkeit

Zahl Studienanfänger/innen pro Jahr

Die Kapazität des Studiengangs ist auf 30 Studienplätze pro Jahr begrenzt, da weitere Kapazitäten hochschulintern nicht zur Verfügung stehen.

 

Regelstudienzeit, Abschlussgrad

Das Studium umfasst insgesamt sieben Semester, inklusive Praktischem Studiensemester (Semester 5) und Bachelor-Thesis (1 Monat Vorbereitungs- und 3 Monate Bearbeitungszeit). Nach erfolgreichem Studium verleiht die Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft im Bachelorstudiengang Verkehrssystemmanagement den Abschlussgrad „Bachelor of Engineering (B.Eng.)”