Der Studiengang Verkehrssystemmanagement bildet Ingenieure aus, welche das Management von Mobilität und Verkehr auf unterschiedlichen Ebenen qualifiziert beeinflussen können. Hierbei werden neben den wesentlichen fachlichen Inhalten aus dem klassischen Verkehrswesen sowie aus dem Geoinformationswesen und der Navigation mit weiterführenden interdisziplinären Inhalten komplettiert – zum Beispiel aus den Bereichen Kommunikation und Medien.

Das Verkehrswesen war in der Vergangenheit lange Zeit einzig eine Disziplin des Bauingenieurwesens. Entwickelt aus dem Straßenbau kamen immer weitere Aspekte hinzu. Aspekte der Verkehrswirtschaft und der Verkehrspolitik erweiterten lange Zeit den Anwendungsraum der verkehrlichen Inhalte moderat, wobei auch andere Disziplinen wie die Geographie oder die Wirtschaftswissenschaften einzelne, fachspezifische Schwerpunkte im Verkehrswesen setzten.

Aber: Das Mobilitätsverhalten ist in einer umfassenden Wandlung begriffen. Die klassischen Ansätze zur Gewährleistung von Mobilität basierten vielfach auf der Prognose von Verkehrswachstum und dem Versuch, diesen prognostizierten Verkehrsmengen sektoral eine genügende Kapazität zur Verfügung zu stellen. Dies funktioniert Zusehens weniger gut.

Neben dem Neubau und der Unterhaltung der Verkehrsanlagen, den klassischen Disziplinen des Verkehrswesens, kommen weitere Beteiligte hinzu. Die Veränderung der Ressourcenverfügbarkeit, die Aspekte Umfeldverträglichkeit und Nachhaltigkeit erweitern die Inhalte des Verkehrswesens deutlich. Elektromobilität fordert neue Infrastrukturen und eine Integration der Handhabung in das Mobilitätsverhalten. Maschinenbau, Elektrotechnik, Fahrzeugindustrie sind nur einige der „neuen Beteiligten“ im Bereich der Mobilität.

Aber – und zusätzlich - : Der Ersatz eines Verbrennungsmotors durch einen Elektromotor löst keine der Aufgabenstellungen, die sich uns im innerstädtischen Verkehrsablauf stellen – bei gleichzeitig wachsenden Städten.

Zielsetzung des Studiengangs ist es daher, die erforderlichen Kernkompetenzen für eine zukünftige, nachhaltige Mobilität zu vermitteln. Dies ist, neben den fachlichen Inhalten zur Mobilität, Geomatik, Wirtschaftlichkeit und der verständlichen Präsentation komplexer Inhalte, insbesondere auch innovatives und interdisziplinäres Denken. Es gilt die Inhalte und Methoden zu vermitteln, die in dem immer komplexer werdenden Wirkungsgefüge (Kybernetik), zukunftsfähige Lösungswege in unterschiedlichen Anwendungsbereichen entwickeln lassen.

Diese Kompetenzen werden für die Entscheidungen zukünftiger Mobilität auf unterschiedlichen Ebenen benötigt, von der Politik in Bund, Ländern und Kommunen über Investoren wirtschaftsrelevanter und/oder publikumsintensiver Nutzungen bis hin zu den Wirtschaftsunternehmen und Produktentwickler im Bereich Verkehr und Mobilität.

Der Studiengang setzt dies auch durch seine Verortung in einer neuen Fakultät um und wird nicht an die klassischen Fakultäten der beteiligten Disziplinen „angehängt“.