Persönlicher Einblick in das Land Südkorea: Summer School an der Korea Polytechnic University

Die Kooperation zwischen der Hochschule Karlsruhe und der Korea Polytechnic University (KPU) ermöglichte es uns im Sommersemester 2018, die weite Reise nach Südkorea anzutreten. Ziel der Summer School war es, die koreanische Kultur kennenzulernen. Dazu sollten nicht nur ein koreanischer Sprachkurs beitragen, sondern auch zahlreiche Besichtigungen von Unternehmen und Sehenswürdigkeiten, sowie der intensive Kontakt zu den Südkoreanern.

Unser Interesse und unsere Reiselust waren geweckt und wir machten uns im August auf nach Jeongwang-dong, einer ca. 30 km von Seoul entfernten Stadt, in der die KPU liegt. Am Flughafen wurden wir sehr freundlich empfangen und mit dem Bus in unser zweiwöchiges Zuhause, dem Dormitory der KPU, gebracht

In den folgenden Tagen besuchten wir die beiden wohl bekanntesten Unternehmen Südkoreas, Samsung und Hyundai. Im Samsung Innovation Museum machten wir eine kleine Zeitreise von den ältesten technischen Geräten, wie dem ersten Fernsehen oder Kühlschrank, bis hin zu den modernsten Innovationen im Bereich Smart Home. Im Hyundai Motor Studio wurden uns die Visionen und Möglichkeiten des Unternehmens in einer perfekt simulierten visuellen Darstellung vorgestellt. Von tanzenden Maschinen bis hin zur Crash Simulation war alles dabei.

Unser Highlight der Unternehmensbesuche war das Vorführzentrum der SK Telekom. Hier wurde die Zukunft zur Realität. Dieser Besuch stand ganz im Zeichen der Digitalisierung und Virtuellen Realität. Mit VR Brillen ausgestattet, wurden uns spielerisch die Möglichkeiten der Zukunft im Bereich der Konnektivität aufgezeigt und im 4D-Kino wurde uns eine Fahrt im wohl schnellsten Zug der Welt, dem Hyperloop, spendiert.

Immer mit an Bord bei unseren Ausflügen war unsere persönliche(!!) Reiseführerin Christina, die uns die südkoreanische Arbeits- und Lebenskultur näherbrachte und uns jegliche Fragen beantworten konnte.

Ein weiterer Programmpunkt unserer Reise beinhaltete die Geschichte Südkoreas. Im Korean Folk Village konnten wir sehen, wie Südkoreaner während der späten Joseon Dynastie gelebt und gewohnt haben. Dank Christina kennen wir nun z.B. die Bamboo Wife: Ein aus Bambusholz gefertigtes Konstrukt, das die Männer im Sommer als Kühlung nutzten, da es wesentlich luftiger als ein Polster aus Stoff oder die eigene Frau ist. Es stellte damit einen kühlen Schlafpartner dar.

Beim Ausflug zum Gyeongbokgung Palace erzählte uns Christina spannende Geschichten der früheren Herrscher der Joseon Dynastie. Passend dazu bekamen wir auch die Gelegenheit in traditionelle Gewänder, genannt Hanbok zu schlüpfen. Es dauerte zwar etwas länger, alle Schichten ordentlich anzuziehen und es war die ganze Zeit über unglaublich heiß, aber es war ein einmaliges Erlebnis.

Eines unserer besonderen Highlights war die Korean Martial Arts Experience. Im traditionellen Taekwondo Outfit haben uns zwei ausgebildete Meister in die Küste des Taekwondo eingeführt. Am Ende des Trainings war jeder in der Lage ein Brett durchzuschlagen. Verletzte gab es Gott sei Dank nicht.

Zu unserem letzten Ausflug in Südkorea mussten wir alleine aufbrechen, denn für Südkoreaner ist die Joint Security Area an der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea nur schwer zugänglich. Formal befinden sich Süd- und Nordkorea noch immer im Krieg. Dies wurde uns auch durch die strenge und angespannte Atmosphäre vor Ort immer mehr bewusst. Begleitet von einem etwas beklemmenden Gefühl und amerikanischem sowie koreanischen Militär konnten wir sogar einen Schritt über die Grenze nach Nordkorea wagen.

An unseren freien Tagen haben wir die Zeit genutzt, um Seoul näher kennenzulernen. Der Kontrast zwischen moderner Mega-City und traditionellen Gebäuden war einfach nur faszinierend und von den engen, mit Menschen befüllten und schrill beleuchteten Straßenzügen konnten wir nicht genug bekommen.

Was wir hier leider nur schwer beschreiben können, ist das leckere koreanische Essen. Daher lassen wir besser Bilder sprechen:

Viel Spaß bereitete uns auch der Koreanisch-Kurs. An 5 Tagen lernten wir das Koreanische Alphabet, genannt Hangul, welches aus 19 Konsonanten und 21 Vokalen besteht. Wir können nun (wenn auch mit viel Anstrengung und ohne Vokabelkenntnisse) lesen, unsere Namen schreiben und kleinere Restaurantbestellungen aufgeben. Zum Abschluss wurde gemeinsam Koreanisch gekocht, die Rezepte werden wir in Deutschland sicherlich noch einmal ausprobieren!

Wie man liest und sieht hat Südkorea bei uns allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen und ist definitiv für jeden eine Reise wert. Die Menschen dort sind so aufmerksam, freundlich und hilfsbereit, dass wir oftmals überwältigt waren. Jederzeit haben wir hilfsbereite Koreaner getroffen, die uns mit mehr oder weniger guten Englisch-Kenntnissen, einem Wifi-Hotspot oder einfach nur mit Händen und Füßen weitergeholfen haben. Besonders hervorzuheben ist aber die große Mühe, die sich unsere Betreuerin Ms. Lee gegeben hat. Sie hat uns absolut herzlich und zuvorkommend betreut und so unsere Reise unvergesslich gemacht. Außerdem hatten wir intensiven Kontakt mit koreanischen Studenten, die uns an Ihrem Alltagsleben teilnehmen ließen. Ein koreanischer Student, der nun sein Auslandssemester in Karlsruhe bestreitet, hat uns zum Essen (natürlich auf dem Boden) zu sich eingeladen. Wir freuen uns jetzt darauf, ihn auch in die deutsche Ess- und Bierkultur einführen zu dürfen.

(verfasst von: Leonie Rau, Manfred Hofelich, Marvin Mast, Johanna Büche, Manuel Gruler, Fabio Fantoli und David Braun)