Zwischen Digitalisierung und Kultur

Durch die Kooperation zwischen der Hochschule Karlsruhe und der Korea Polytechnic University (KPU) fand im August 2019 zum dritten Mal die Summer School an der KPU statt. Die Summer School an der KPU wird von Seiten der Fakultät W und des Akademischen Auslandsamts besonders gefördert. So konnten sich sechs Studierende der Hochschule Karlsruhe d auf den Weg nach Südkorea machen und lernten während des Programms die koreanischen Studierenden, das Land, die koreanische Kultur und Unternehmen vor Ort kennen.

Wir waren eine bunt gemischte Gruppe, die sich größtenteils am Flughafen zum ersten Mal gesehen hat. Aber eins war von Vornherein klar, wir alle hatten das gleiche Interesse: Eine tolle Zeit in Südekorea haben und möglichst viel von Land und Leuten kennenlernen. Am Flughafen in Seoul (Incheon) wurden wir herzlichst von Jaydan empfangen. Er war der Ansprechpartner für das Programm von Seiten der KPU. Von ihm wurden wir mit einem Bus nach Jeongwang-dong, einer ca. 30 km von Seoul entfernten Stadt, gebracht, wo sich die KPU befindet. Hier war auch unsere Unterkunft für die nächsten 14 Tage, das Studentenwohnheim der Universität.

Das Programm war so gut gestaltet, dass man gar keine Möglichkeit hatte überhaupt einen Jetlag zu bekommen. Direkt an unseren ersten beiden Tagen haben wir zwei der fünf größten Unternehmen Südkoreas besucht. Im Hyundai Motor Studio bekamen wir Einblicke in die Produktion und in die Entwicklung eines Automobilkonzernes. Gleichzeitig wurde uns das Zukunftsbild Hyundais durch visuelle Darstellung vorgeführt. Es war ein Paradies für jeden Autoliebhaber, den Simulationen von Robotern, Crashtests und Akustikgenerierungen zuzuschauen. Im Samsung d’light bekamen wir Einblicke in die modernsten Innovationen im Bereich Smart Home. Connectivity und der Einsatz von intelligenten Assistenten standen dabei im Vordergrund.

Unser Highlight während des Aufenthalts war die Reise durch das Robotergate in das Jahr 2049 bei der SK Telecom. Der Besuch stand ganz im Zeichen der Digitalisierung und der virtuellen Realität. Die uns bisher nur aus Science Fiction Filmen bekannte Zukunft wurde Realität. Dank der VR-Brillen-Technologie konnten wir verschiedene Szenarien in der Zukunft erleben. Von einer Reise mit dem schnellsten Zug der Welt bis zu einer Operation am Menschen mit einem 3D-Druckwerkzeug war alles dabei. Nicht nur die Unternehmen Südkoreas und die damit verbundene Digitalisierung sollte bei der Summer School im Vordergrund stehen, sondern auch die Geschichte Südkoreas. Der Besuch des Korean Folk Village, einem unfassbar großen Freilichtmuseum, gehört ebenfalls zu den Highlights unserer Reise.

Bei unseren Ausflügen wurden wir immer von unserer Reiseführerin Christina begleitet. Sie erzählte uns während den Busfahrten und an den Ausflugsorten immer spannende Geschichten zu den jeweiligen Themen, gab uns Tipps, was wir noch unternehmen könnten und beantwortete uns  jede Frage. Außerdem kamen immer zwei Studierende der KPU mit zu unseren Touren. So bekamen wir auch Kontakt zu den koreanischen Studierenden und durften die Gastfreundschaft von diesen erfahren. Wie es immer in fremden Ländern ist, bekommt man dadurch auch die geheimeren Plätze und Lokalitäten gezeigt. Christina hat sich auch darum gekümmert, dass wir bei den Mittagessen die gesamte koreanische Küche kennenlernen konnten. Unser Highlight beim Essen war definitiv das Korean BBQ, bei dem man direkt am Tisch das Fleisch grillt und zusammen mit verschiedenen Kleinigkeiten, wie zum Beispiel Salat, Reis oder Kimchi, anschließend isst.

Ein weiterer Programmpunkt unserer Reise war der Gyeongbokgung Palace, an dem wir Einblicke in die Zeit der früheren Herrscher der Joseon Dynastie erhalten haben. Auch an einer Tour in die demilitarisierte Zone haben wir teilgenommen, doch leider konnten wir, aufgrund der momentanen politischen Situation, nicht direkt an die Grenze. Die Sonntage standen uns immer zur freien Verfügung. Damit wir den Tag optimal nutzen und auch das Nachtleben Seouls kennenlernen konnten, haben wir uns über AirBnB eine Wohnung gemietet und so die Nacht in Seoul verbracht. Keiner von uns hatte zuvor eine so facettenreiche Stadt wie Seoul kennengelernt. Im Studentenviertel Hongdae gab es an jeder Ecke kleine Streetfood-Stände, Musiker und Artisten, sowie viele kleine Geschäfte, in denen man Souvenirs kaufen konnte. Auch das fünfthöchste Gebäude der Welt haben wir an einem der Sonntage besucht, den Lotte Tower.

Neben den Ausflügen hatten wir auch die Möglichkeit an einem fünftägigen Koreanisch-Sprachkurs teilzunehmen. Mit Mühe und sehr viel Zeit konnten wir am Ende des fünften Tages lesen, wenn auch ohne Vokabelkenntnisse. Aber eins können wir nun alle, und zwar unseren Namen schreiben. Insgesamt hat der Kurs viel Spaß gemacht und hat, durch die doch sehr fremde Aussprache der Wörter, zu dem ein oder anderen Lachanfall beim gesamten Kurs geführt. Insgesamt war die Summer School eine tolle Erfahrung, die bei uns allen wahrscheinlich noch lange in den Köpfen bleiben wird. Im Wintersemester 19/20 kommen zwei koreanische Studierende nach Karlsruhe, die wir genau so herzlich empfangen wollen, wie sie uns empfangen haben.

 

Erstellt von: Laura Müller, Lea Schram, Thomas Wagner, Lukas Hoffmann, Johannes Jakobi und Fabian Radermacher