Autonomes Fahren – gar nicht mehr so weit entfernt?

„Um autonomes Fahren dauerhaft einzuführen müssen viele Faktoren berücksichtigt werden: Zum einen ist da der Mensch, dessen Bedürfnisse im Vordergrund stehen, zum anderen hat auch die Industrie ein großes Interesse daran“, so Armin Gräter, Leiter der Fachstrategie Vollautomatisiertes Fahren bei BMW Group. Herr Gräter referierte am 25. Oktober 2017 an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften zum Thema „Vollautomatisiertes Fahren – Erfolgsfaktoren und Rahmenbedingungen“. Seit 30 Jahren ist Herr Gräter für BMW tätig und hat in dieser Zeit schon viele Entwicklungen miterlebt und gestaltet. „Wir brauchen neue Arbeits- und Denkansätze. So, wie wir das Automobil derzeit entwickeln, können wir das autonome Fahren nicht vorantreiben. Wenn wir wollen, dass die Technik des autonomen Fahrens sich in der Breite durchsetzt, müssen wir viel diskutieren und aufklären“, so Gräter.

Das Technologiethema autonomes Fahren polarisiert die Gesellschaft. Inwiefern können wir die Verantwortung an ein Fahrzeug abgeben? Damit es sich autonom in einem Raum bewegt, in dem es möglicherweise Menschen gefährden könnte? Bis zum vollständig autonom agierenden Fahrzeug hat die Industrie noch einen langen Weg vor sich. Herr Gräter erläutert die Automatisierungsstufen des Fahrens, angefangen bei einem Fahrassistenten, der die Steuerung teilweise übernehmen kann bis hin zu einem Automobil, das in jeder Situation eigenständig und sicher lenken und einparken kann. „Bis wir die letzte Stufe erreichen, also ein völlig autonomes Fahrzeug auf den Markt kommt, ist es noch ein sehr langer Weg. Das ist nicht vor Ende der 2020er Jahre realistisch.“

Die Veranstaltung wurde organisiert von Prof. Dr. Christian Wurll mit freundlicher Unterstützung der Fachschaft und des Freundeskreises. Als Gäste waren zudem Vertreter des BMW-Autohauses Ungeheuer geladen.

Autorin: Sarah Dehm