Studierende entwickeln Handgelenk-Positionsgerät für Universität Saarbrücken zur Untersuchung von Motorikstörungen nach einem Schlaganfall

Während eines Studentischen Projekts im sechsten Semester entwickelten die vier Mechatronik-Studenten Marcel Anselm, Ulrich Hörner, Lukas Schmidt und Simon Witt ein „Wrist Position Device“ (WPD), ein Handgelenk-Positionsgerät im Rahmen der Forschungskooperation mit dem Lehrstuhl für Klinische Neuropsychologie Prof. Dr. Georg Kerkoff und Dipl.-Psych. Lena Schmidt der Universität des Saarlandes in Saarbücken.

Das WPD dient der Diagnose und Therapie von Patienten mit einer speziellen Wahrnehmungsstörung infolge eines Schlaganfalles – dem Neglect. Diese Patienten können unter anderem die Bewegungen ihrer Hand ohne Sichtkontakt nicht so genau koordinieren, wie gesunde Menschen dies können. Das WPD erfasst erstmals quantitativ die Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit des Handgelenks.

Die Studierenden der HsKA waren innerhalb des mechatronischen Projekts nun dafür verantwortlich ein Konzept für solch ein Handgelenk-Positionsgerät zu erstellen sowie einen Prototyp zu fertigen. Mit Unterstützung der Professoren Frank Artinger und Robert Weiß der Fakultät Maschinenbau und Mechatronik gelang es den vier Studierenden das WPD innerhalb von fünf Monaten zu fertigen und in Betrieb zu nehmen.

Funktionsweise und Aufbau des WPD
Der Unterarm des Patienten wird während der Untersuchung in das WPD gespannt, die Finger in einer Handschale fixiert. Daraufhin wird er aufgefordert, eine vorgegebene Position möglichst genau mit den Fingerspitzen nachzubilden. Dabei kann er jedoch seine eigene Hand nicht sehen. Durch eine elektronische Auswertung werden Soll-Position (vorgegebene Position) und Ist-Position (nachgebildete Position des Patienten) verglichen und somit eine Abweichung zwischen gesunden und kranken Patienten erkennbar bzw. messbar gemacht. Auch Behandlungsfortschritte können somit dokumentiert werden.

„Für uns als Studenten war es ein super Projekt um die gelernte Theorie des Studiums direkt für die Praxis anwenden zu können“ so Lukas Schmidt, Mechatronik-Student im sechsten Semester, „und auch die Kombination aus Mechanik, Elektronik und Informatik, die dieses Projekt beinhaltet, passt natürlich perfekt zu meinem Studium an der HsKA.

„Diese Projektarbeit an der interdisziplinären Anwendung in der Medizintechnik zeigt wieder einmal die Fähigkeit unserer Mechatronik-Studierenden Geräte und Systeme vollständig zu realisieren!“ erklärte Prof. Dr.-Ing. Frank Artinger, Prodekan der Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik und betreuender Professor bei diesem Projekt. „Die erfolgreiche Kooperation der Hochschule Karlsruhe mit der Universität Saarbrücken wird um eine wichtige Anwendung erweitert, die auch tatsächlich am Patienten eingesetzt wird.“

Studentisches Projekt Wrist-Position-Device