(Foto: Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVd 139)

Im Herbst 1893, also vor nun mehr 125 Jahren, nahm die neugegründete Abteilung für Bahnbau- und Tiefbautechnik an der Baugewerkeschule in Karlsruhe ihren Unterricht auf, um den steigenden Bedarf an Fachkräften besonders im aufstrebenden Bahnwesen zu decken. Die Abteilung ist als Vorgängerin des heutigen Studienganges Bauingenieurwesen zu sehen.

Um dieses Jubiläum zu würdigen findet am 10. Oktober 2018 an der Hochschule Karlsruhe ein Festkolloquium statt, das unter dem Motto Planen und Bauen in der badischen Monarchie und im deutschen Rechtsstaat steht. Neben einem historischen Rückblick soll die Veranstaltung aufzeigen, wie sich das Planen und Bauen unter technischen, rechtlichen und auch soziologischen Aspekten in den unterschiedlichen Feldern des Bauingenieurwesens in den zurückliegenden 125 Jahren entwickelt hat.

In diesem Zeitraum hat sich die Welt enorm verwandelt. Zwei Weltkriege, die Weltwirtschaftskrise, der Mauerfall, die allgemeine technische Entwicklung und der Siegeszug der Informatik haben die heutige Zeit wesentlich mitgeprägt. Damals, sieben Jahre nach der Erfindung des Automobils durch den Karlsruher Carl Benz, stand der Mensch am Anfang einer neuen Mobilität. Heute ist seine virtuelle Mobilität im Internet, für welche die Entdeckung der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz im Jahre 1886 in Karlsruhe der Grundbaustein war, quasi grenzenlos.

Was zeigt ein kurzer Blick auf das "Studium" vor 125 Jahren und dem von heute? Vorab muss gesagt werden, dass dieser Blick kein echter Vergleich sein kann. Zu unterschiedlich sind die Intensionen und Strukturen, die mit der jeweiligen Ausbildung verbunden sind. Dennoch der Versuch: Der damalige Lehrplan war für sechs Semester konzipiert (heute sieben im Bachelorstudiengang /drei zusätzliche im Masterstudiengang). Er war so zusammengestellt, dass alle damals erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse den Schülern (heute Studierenden) vermittelt wurden. Dazu zählten - wie auch heute noch in angepasster und weiterentwickelter Form - naturwissenschaftliche Fächer wie Mathematik, Physik u.a., technische Fächer (wie z.B. Baukonstruktionslehre, Wasser- und Straßenbau) und darstellende Fächer (Freihandzeichen, Kalligraphie). Daneben wurden auch eher fachfremde Fächer unterrichtet wie z.B. Geschichte (u.a.: Völkerwanderung und Untergang des weströmischen Reiches) und überraschende Fächer wie der "Samariterkurs" (Praktische Unterweisung zur ersten Hilfeleistung bei Unglücksfällen), der allerdings als erster Ansatz zur heutigen Sicherheit- und Gesundheitskoordination auf Baustellen aufgefasst werden kann. Die wöchentliche Unterrichtszeit für die - anfangs nur neun (heute bis zu 60) - Studenten schwankte semesterabhängig zwischen 35 und 48 Stunden und liegt damit im Schnitt (41,8 Std.) nur geringfügig über den 40 Stunden Arbeitszeit, die heute nach europäischen Standards als wöchentlicher Work-Load für die Studierenden angesetzt werden. Während die Landesherrliche Verordnung durch Großherzog Friedrich I. die Prüfung in acht Paragraphen (nur zwei davon befassen sich direkt mit der Prüfung) regelte, umfasst die Prüfungsordnung heute 51 Paragraphen.

Programm

Unter nachstehendem Link finden Sie das Programm zur Veranstaltung als PDF.

Programm Festkolloquium


Wir freuen uns, wenn wir Sie beim Festkolloquium begrüßen können.

 

Die Anmeldung zum Festkolloquium ist über den unten angeführten Link möglich oder per Mail an: 125jahrebauingenieurwesen.AB[at]hs-karlsruhe.de.

Anmeldung zum Festkolloquium Planen und Bauen in der badischen Monarchie und im deutschen Rechtsstaat