MIKROWOHNEN+

Individuell Wohnen und gemeinsam Leben in München


Auf dem ehemaligen Stadtwerksgelände am Elisabethplatz in München wird in den nächsten Jahren ein neuer innerstädtischer Ort für Wohnen und Arbeiten entstehen. Für den freigewordenen Raum ist eine Mischung aus Studentenapartments, Sozialwohnungen, Büros und Gewerbe angedacht.
Am Entwurfsort stoßen zwei städtebauliche Richtungen aufeinander: Maxvorstadt und Schwabing. Der Entwurf reagiert auf die städtebauliche Situation indem er Fluchten der Bestandsbebauung aufnimmt. Das nördliche Gebäude - Marktregal - bildet zum einen eine Art Kulisse des Elisabethmarktes, zum anderen stellt es dessen vertikale Fortsetzung dar. Hier wird Platz für Gewerbe, Gastronomie, Einzelhandel und Büronutzung geboten. Die Wohngebäude umgeben das Quartier. Mit der Reduktion der Gebäudehöhe Richtung Süden können Hof und Wohnungen besser belichtet werden. Außerdem wird der innere Bereich vor Lärmeinwirkung geschützt.
Die Räume die zwischen den geplanten Gebäuden entstehen sind ein wichtiges Element des Entwurfes und sind näher betrachtet worden. Sie haben unterschiedliche Funktionen und Öffentlichkeitsgrade. Im Entwurf dienen der Elisabethmarkt, das Marktregal und die Erdgeschosszone an der Nordendstraße der Öffentlichkeit. Der halböffentliche Innenhof soll eine nachbarschaftsaktivierende Funktion erfüllen. Im Herzen des Quartiers befindet sich der halbprivate Bereich.

Die Planung basiert auf einer Gegenüberstellung von einem Komplex von Mikroapartments in New York und einem Slum in Dhaka. Die Analyse und in dem Entwurf aufgenommene Schlussfolgerungen sind im Theorieteil genauer beschrieben. Die Grundrissstruktur und der Umgang mit Zwischenräumen hatten das Mohammadpur Geneva Camp zum Vorbild. Durch die Flexibilität der Gebäude können in dem Wohnkomplex unterschiedliche Zielgruppen untergebracht werden. Die geplanten gemeinschaftlichen Einrichtungen haben eine bedeutende Auswirkung auf die Wohnqualität, da sie die Kommunikation und Kooperation zwischen Bewohnern ermöglichen. Zudem gleichen sie den knappen Freiraum der Mikroeinheiten aus.

(Auszug aus der Entwurfserläuterung)