Postmodernes Wohnwerk

Städtebauliche Neuördnung des Ettlinger-Tor-Platzes und Umstrukturierung eines klassischen Bürokomplexes

In den nächsten Jahren wird sich einiges am Ettlinger-Tor-Platz verändern. Das Ettlinger-Tor wird zukünftig ein Verkehrsknotenpunkt von Autofahrern, Radfahrern, Bus, Straßenbahn und U-Bahn werden. Nicht nur die Umbaumaßnahmen der Kombilösungen werden sich auf die Gestaltung des Ettlinger-Tor-Platzes auswirken, beispielsweise nimmt auch die Umgestaltung des Badischen Staatstheaters Einfluss auf die Örtlichkeit. Meine Thesis befasst sich mit dem Entwicklungspotenzial am Ettlinger-Tor-Platz und dem sich dort befindlichen Postscheckamt.

Eine der Hauptaufgaben im 21. Jahrhundert ist für mich die nachhaltige Entwicklung der Städte. Damit verbunden ist die Notwendigkeit, einen angemessenen Umgang mit leer stehenden Nachkriegsbauten aus den 70er und 80er Jahren zu finden. Das Karlsruher Postscheckamt von 1978 mit seiner prägnanten Fassadengestaltung ist ein solches Gebäude, welches nicht mehr den veränderten Anforderungen gewachsen ist und nach einer Überarbeitung verlangt.

Das Motiv dieser Arbeit ist es dem ehemaligen Postscheckamt, unter Einbeziehung des Ettlinger-Tor-Platzes, neue Funktionen zu geben und diese durch Neu- und Anbauten zu stärken. Dabei sollen im Vordergrund die angemessene Nutzung und Auseinandersetzung mit dem Bestand, die funktionale und architektonische Erweiterung sowie die städtebauliche Eingliederung stehen, um die bestehenden Potenziale aufzuzeigen.

Das Postscheckamt soll einen neudefinierten Kopf erhalten und nach Süden erweitert werden. Durch das Fassen der Raumkanten am Ettlinger-Tor-Platz verstärkt sich die Tiefenwirkung der Kriegsstraße in Ost- und Westrichtung und wird nicht mehr optisch unterbrochen. Zusätzlich wird auf dem Dach ein Einschnitt vorgenommen, um einen optischen Versatz zu erzeugen. Damit das Gebäude in den gewünschten Dialog mit der Umgebung tritt, wird das Gebäude im EG und im 1. OG auf der südlichen Seite eingeschnitten. Durch einen komplementären Bau gliedert sich das Postscheckamt in die Szenerie besser ein.

Der Anbau in nördlicher Richtung wird abgerissen, um die Belichtung des Längsriegels und des Hofes wiederherzustellen. Ein Neubau wird geschaffen, der an den Bestand angeschlossen ist und grob der Grundstücksbegrenzung folgt. Die Form ist angelehnt an die Blockrandbebauung der Südstadt. Ein Plateau verbindet den Neubau mit dem umgebauten Bestand. Die Dachterrassen des ehemaligen Postscheckamts sind für Pausen und zum Arbeiten nutzbar.

(Auszug aus der Masterthesis)