AN NUR MOSCHEE

Sakrale Architektur als Ausdruck der Integration

 

Baukörper
Die Moschee spielt als Institution neben sozialen Einrichtungen vor allem auch wegen ihrer versammelnden Eigenschaft eine wichtige Rolle in der islamischen Gesellschaft. Durch die hohe Anzahl der Muslime in Deutschland stehen deren kulturelle und religiöse Bedürfnisse auch hier im Mittelpunkt. So wird ein Komplex vorgesehen, welcher die Moschee baulich aus der Mitte nimmt, um sie nicht als Zweck der Gesamtanlage zu verstehen, sondern vielmehr als ein Bauteil davon. Deshalb reagiert das Gebäude auf die städtebauliche Blockrandbebauung und passt sich in Typologie und Höhe an. Es generiert zusammen mit den angebundenen Nutzungen nicht nur eine Gebetsstätte sondern vielmehr einen Ort für die Gemeinschaft. Durch die schräge Fassade an der Schützenstraße und eine großzügige Öffnung lädt der Baukörper zum Betreten oder Hindurchgehen ein.
Nach Außen hin präsentiert sich der Entwurf neben der großen Schule als kraftvolle Gesamtskulptur und fügt sich dennoch durch seine Gestaltung zurückhaltend in das Bild der Nachbarschaft ein. In Kontrast dazu ist das Innere des Baukörpers von Offenheit und Transparenz geprägt. Die Strenge und Massivität des Gebäudes wird durch Aussparungen wie den Hof, den Weg, die Oberlichter und die Öffnungen an der Fassade aufgelöst und erzeugt sowohl im Äußeren als auch im Inneren eine meditative und mystische Stimmung.
Die Moschee soll im Stande sein, Leben zu generieren und im Sinne eines Treffpunktes zur Architektur der Zusammenkunft werden. Unterstützt durch die Nutzungsmischung und die Durchwegung soll es ein Ort sein, der nicht nur für Muslime, sondern für alle da ist und ein neues Stadtzentrum bietet.
Er soll den Muslimen auf dem Weg zur Integration einen Rückhalt geben und sie begleiten.

Konzeption
Der Entwurf geht auf die eigentliche Bedeutung der Moschee ein und wird mit Hilfe des Innenhofs umgesetzt. Dabei ist der Hof mit dem vorhandenen Durchweg gekoppelt und bildet gleichzeitig die Raumhülle für die öffentlichen Einrichtungen im Erdgeschoss. Er kann auch für Feierlichkeiten im Freien genutzt werden. Integration und der interkulturelle Austausch stehen im Mittelpunkt. Dieser Hof ist als sinnstiftendes Zentrum der Anlage die Schnittstelle von Innen und Außen. Er ist das Bindeglied zwischen Moschee und Allgemeinheit. Der Ort der Niederwerfung und der Ort der Versammlung werden optisch und räumlich zusammengebunden.
In den oberen Geschossen herrscht im Gegensatz zum Erdgeschoss Ruhe, Konzentration und die Verbindung zu Gott. Alle zu belichtenden Räumlichkeiten sind zum Hof hin orientiert, um das Bild der Gemeinschaft bzw. der verbindenden Wirkung der Moschee zu unterstützen und die Wirkung des kontemplativen Innenhofs zu stärken. Er schafft es dadurch, die zwei "Orte" miteinander zu verbinden. Die Basis des Bauwerks setzt sich sowohl konzeptionell als auch baulich aus den einzelnen religiösen, sozialen und kulturellen Einrichtungen zusammen.

(Auszug aus der Entwurfserläuterung)