aFAS - automatisch fahrerlos fahrendes Absicherungsfahrzeug für Arbeitsstellen auf Bundesautobahnen

Das Projekt aFAS ist ein Gemeinschaftsprojekt von insgesamt acht Partnern – darunter Hochschulen, Unternehmen und Institutionen, die gemeinsam ein autonom fahrendes Fahrzeug entwickeln wollen, welches zum ersten Mal unter realen Bedingungen im Straßenverkehr getestet werden soll. Die Hochschule Karlsruhe ist durch Prof. Dr.-Ing Holldorb als Mitinitiator des Projekts vertreten, der in den Studiengängen des Infrastructure Engineerings und Bauingenieurwesens Verkehrswesen lehrt. Seine Motivation zur Forschung in diesem Bereich ist die Verbesserung der Arbeitssicherheit im Straßenbetriebsdienst.

Aktuell werden auf Autobahnen noch bemannte Fahrzeuge mit Absperrtafeln auf Anhängern eingesetzt, um Wanderbaustellen – sich langsam fortbewegende Arbeitsstellen wie beispielsweise Mähfahrzeuge – nach hinten gegen den ankommenden Verkehr abzusichern. Diese Fahrzeuge werden immer wieder in schwere Verkehrsunfälle verwickelt, bei denen vor allem Mitarbeiter des Straßenbetriebsdienstes zu Schaden kommen. Um dies zu verhindern, sollen die Folgefahrzeuge zukünftig autonom fahren und so das Risiko eines Personenschadens für die Bediensteten ausräumen.

Das Forschungsprojekt ist dabei in mehrere Phasen unterteilt, die aufeinander aufbauen. Zunächst benötigen die Fahrzeugentwickler der Forschergruppe ausreichend Ausgangsdaten, sowohl die Strecke als auch die Verkehrssituation vor Ort betreffend, um das Fahrzeug nach genauen Anforderungen zu entwickeln. Die Sensoren, mit denen die Umfelddaten für die selbstständige Steuerung des Fahrzeugs erfasst werden sollen, müssen so programmiert werden, dass beispielsweise Unterbrechungen im Seitenstreifen sie nicht irritieren. Diese Voruntersuchungen der Streckenabschnitte auf ihren aktuellen Zustand hin, leitet Prof. Holldorb mit seinem Team. Er ist zunächst zuständig für die Übermittlung der Anforderungen an das Fahrzeug, bevor dies in der zweiten Phase des Projekts von den Technikern entwickelt werden kann.

Nach der Fertigstellung des Prototyps beginnt die Testphase, in welcher auch das Team der HsKA wieder aktiv mitwirkt. Es überwacht die Fahrten und achtet dabei nicht nur auf die Einhaltung der Anforderungen, die in der ersten Phase erarbeitet wurden, sondern auch auf die Reaktion der übrigen Verkehrsteilnehmer, die im Vorfeld nicht über den Einsatz dieses besonderen Fahrzeugs informiert werden. Es soll untersucht werden, ob ein unbemanntes Fahrzeug einen Einfluss auf das Fahrverhalten der regulären Verkehrsteilnehmer hat, dass der Verkehrsfluss möglicherweise gestört wird oder ob sich keine Veränderung zu vorherigen Untersuchungen der Verkehrssituation vor Ort ergibt.


Der Forschungsverbund um das Projekt aFAS setzt sich aus der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft, der Technischen Universität Braunschweig - Institut für Regelungstechnik, der BASt - Bundesanstalt für Straßenwesen, Hessen Mobil - Straßen- und Verkehrsmanagement, MAN Truck & Bus AG, TRW Automotive GmbH, WABCO sowie ZF Lenksysteme GmbH zusammen. In dieser Konstellation werden die Forscher voraussichtlich die kommenden vier Jahre mit der Arbeit an diesem Projekt beschäftigt sein.

Angaben zum Projekt

 

Projektpartner

Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Technische Universität Braunschweig - Institut für Regelungstechnik

BASt - Bundesanstalt für Straßenwesen

Hessen Mobil - Straßen- und Verkehrsmanagement

MAN Truck & Bus AG

TRW Automotive GmbH

WABCO

ZF Lenksysteme GmbH

 

Projektverantwortlicher an der Hochschule Karlsruhe

Prof. Dr.-Ing. Christian Holldorb

 

Projektdauer

August 2014 - Juli 2018