Staatliche Förderung durch das BAföG

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz, besser bekannt unter dem Namen "BAföG", ist ein staatliches Bildungsförderprogramm, das neben Schülern und Personen in der beruflichen Weiterbildung insbesondere den Studierenden zugute kommt. Rund 26 % aller Studierenden der Hochschule Karlsruhe haben z. B. im Studienjahr 2012 einen Förderantrag gestellt.

BAföG wird zur Hälfte als zinsloses Darlehen und zur Hälfte als Zuschuss gewährt. Gefördert werden deutsche Studierende und diesen gleichgestellte im Bachelorstudium. Auch das sich daran anschließende Masterstudium kann gefördert werden, jedoch in der Regel kein Aufbau- und Ergänzungsstudium. Weitere Voraussetzungen zum BAföG-Bezug sind

  • das Einkommen der Eltern,
  • das Alter (Antragstellung ist in der Regel bis zur Vollendung des 30. Lebensjahrs im Bachelor bzw. des 35. Lebensjahrs im Master möglich),
  • die Eignung durch Nachweis bisher erbrachter Studienleistungen nach dem vierten Semester.

Fördersumme

Die Berechnung des Fördersatzes orientiert sich an einem abstrakten Bedarf, also an einer Summe, die ein durchschnittlicher Studierender zu einem bestimmten Zeitpunkt für seinen Lebensunterhalt und seine Ausbildung benötigt. Der abstrakte Bedarf beträgt derzeit maximal 735 Euro monatlich. Die Auszahlung hängt vom Einkommen und Vermögen des Studierenden sowie vom Einkommen der Eltern bzw. des Ehepartners ab. In seltenen Fällen wird BAföG unabhängig vom elterlichen Einkommen gewährt (sog. elternunabhängiges BAföG). Dies ist z.B. dann der Fall, wenn vor Beginn des Studiums eine mindestens dreijährige Ausbildung absolviert wurde und anschließend drei Jahre Erwerbstätigkeit folgten oder wenn die Zugangsberechtigung zum Abitur nach Vollendung des 30. Lebensjahres auf dem zweiten Bildungsweg erfolgte und das Studium unverzüglich nach Erwerb der Hochschulreife aufgenommen wurde.

Studiennachweis 

BAföG wird für eine Regelstudienzeit gewährt (Bachelorstudium plus der direkt aufbauende Masterstudiengang). Fachwechsel sollten am besten bis Ende des zweiten Semesters erfolgen, um den BAföG-Anspruch nicht zu gefährden. Bisherige Studienzeiten werden in Abhängigkeit von der Anerkennung bisheriger Leistungen im neuen Studiengang auf die maximale Förderungsdauer angerechnet. Bei einem ersten Fachwechsel bis nach dem dritten Fachsemester kann nochmals eine komplette Regelstudienzeit gefördert werden. Vorsicht: Fachwechsel nach dem zweiten Semester müssen dem BAföG-Amt gegenüber nicht begründet werden, Fachwechsel nach dem dritten Semester dagegen schon. Ein Fachwechsel nach dem vierten Semester führt meist zum Verlust des BAföG-Anspruchs. Ausnahmen hierbei bilden Härtefälle.

Ein Hochschulwechsel ist dann unproblematisch, wenn die bisherigen Studienleistungen an der neuen Hochschule anerkannt werden können. Ist dies nicht der Fall, kann es passieren, dass der sogenannte Leistungsnachweis (s.u.) nicht rechtzeitig erbracht wird und der BAföG-Anspruch somit erlischt.

Nach Beendigung des vierten Semesters müssen Studierende in der Regel nachweisen, dass die im Studiengang üblichen Leistungen alle erbracht wurden. Dabei hat jeder Studiengang einen gewissen Ermessensspielraum, wie viele Leistungspunkte tatsächlich erbracht werden müssen. So verfügen die Fakultäten an der Hochschule Karlsruhe jeweils über einen BAföG-Beauftragten. Die HsKA hat sich darauf verständigt, dass am Ende des vierten Semesters im Bachelorstudium generell 80 ECTS-Punkte nachgewiesen werden müssen, damit der Leistungsnachweis für das BAföG-Amt ausgestellt werden kann. Studierende, die am Programm "Erfolgreich starten" teilnehmen, müssen nach dem vierten Studiengangemester (1a, 1b, 2. und 3. Semester) 50 ECTS-Punkte nachweisen.

Antragsstellung

Ihren BAföG-Antrag sollten Sie unmittelbar nach Erhalt Ihrer Matrikelnummer stellen, also dann, wenn Sie sich sicher an der Hochschule eingeschrieben haben. Die Förderung erfolgt frühestens mit Beginn des Monats, in dem im jeweiligen Semester Vorlesungen stattfinden (01.10. bzw. 01.03.). Dennoch gilt: Je früher Sie einen Antrag stellen, umso schneller kann dieser bearbeitet werden. Unter Umständen kann die Bearbeitung einige Monate in Anspruch nehmen. Selbstverständlich erhalten Sie sämtliche monatlichen Förderraten, die Ihnen nach Einreichen des Antrags zustehen, rückwirkend. Sollten Sie jedoch erst nach dem 01.10. bzw. 01.03. oder auch erst im weiteren Studienverlauf BAföG beantragen, so ist eine rückwirkende Förderung bis zum Semesterbeginn Ihres ersten Studiensemesters nicht möglich, sondern immer nur bis zum Tag der Antragstellung.

Der BAföG-Antrag wird beim Amt für Ausbildungsförderung des Studierendenwerks Karlsruhe gestellt. Die Antragsstellung ist online möglich oder über spezielle Formulare zum Ausdrucken, die Sie ausgefüllt und mit den erforderlichen Nachweisen an das Amt für Ausbildungsförderung Karlsruhe senden. Sofern Ihr Antrag nicht vollständig ist, werden Sie schriftlich dazu aufgefordert fehlende Dokumente nachzureichen. Wenn Sie gefördert werden können, erhalten Sie einen Bewilligungsbescheid, auf dem Ihr Förderzeitraum und der Bewilligungszeitraum stehen.

Bitte denken Sie daran, rechtzeitig (einige Monate) vor Ablauf des jeweiligen Bewilligungszeitraums einen Folgeantrag zu stellen, damit Ihre Förderung nahtlos weiter laufen kann.

Auslands-BAföG

BAföG kann auch für Auslandsaufenthalte während des Studiums gezahlt werden. Innerhalb der EU und der Schweiz kann ein komplettes Studium gefördert werden, ansonsten maximal ein Jahr, in seltenen Fällen maximal zweieinhalb Jahre. Voraussetzung der zeitlich begrenzten Förderung außerhalb der EU und der Schweiz ist, dass Studienleistungen, die im Ausland erbracht werden, zumindest teilweise auf das Studium in Karlsruhe anrechenbar sind. An der Hochschule Karlsruhe erfolgt in der Regel ein sog. Learning Agreement mit dem Auslandskoordinator Ihres Studiengangs.

Wer in Deutschland kein BAföG erhält, kann aufgrund höherer Fördersätze unter Umständen für einen Auslandsaufenthalt dennoch gefördert werden. Für die Bearbeitung der Anträge sind nur einige Ämter für Ausbildungsförderung zuständig. Eine frühzeitige Antragstellung (mindestens ein halbes Jahr im Voraus) ist empfehlenswert.

BAföG-Änderungen ab WS 2019/20

Nachfolgend die wichtigsten geplanten Änderungen, die mit der 26. BAföG-Novelle einhergehen.

  • Der BAföG-Höchstsatz steigt in zwei Stufen auf maximal 861 € zum Wintersemester 2020/21 für Studierende, die nicht bei den Eltern wohnen. Dabei steigt auch der Wohnkostenzuschlag an.
  • Die Zuschläge der Kranken- und Pflegeversicherung werden an aktuelle Gegebenheiten angepasst.
  • Die Freibeträge der Elterneinkommen erhöhen sich in drei Stufen bis 2021 um insgesamt 16%.
  • Wer den Darlehensanteil der BAföG-Förderung auch 20 Jahre nach Beginn der Rückzahlphase nicht tilgen konnte, wird künftig von der Restschuld befreit.


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