Hochschule Karlsruhe stellt sich auf vollständig digitales Semester ein

Neben der Online-Lehre konnten Erstsemester an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft dank zahlreicher studentischer Mentorinnen und Mentoren gut in ihr Studium starten. Online-Angebote der Lernzentren und virtuelle Labore bieten Ersatz für praktische Übungen. Für Studieninteressierte sind auch in Zeiten von Corona Informationsmöglichkeiten beim virtuellen Campustag gegeben.  

27. April 2020

Auch wenn die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg Einschränkungen bei der Durchführung des Semesters aktuell nur bis 3. Mai 2020 vorsieht und damit eine Präsenzlehre derzeit nicht möglich ist, so stellt sich die Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft doch auf ein vollständiges digitales Semester ein.

Online-Betreuung von Erstsemestern sehr gut angenommen

Beim Übergang von Schule zur Hochschule bedarf es auch unter „normalen“ Voraussetzungen besonderer Betreuung und Unterstützung. Um den Erstsemestern den Studienstart zu erleichtern, wurde vom Projekt SKATING vor einigen Jahren bereits in einigen Fakultäten ein Mentoringprogramm ins Leben gerufen, bei dem erfahrene Studierende den Studienanfängern bei Herausforderungen und Fragen zum Studium beiseite stehen. Aufgrund der aktuellen Situation, wo kein persönliches Kennenlernen an der Hochschule möglich ist, findet das Programm in diesem Semester digital statt und wird von so hohen Teilnehmerzahlen wie nie zuvor wahrgenommen: Während sonst etwa ein Viertel bis ein Drittel der Studierenden im ersten Semester der beteiligten Fakultäten das Angebot nutzten, werden aktuell etwa zwei Drittel über das Programm betreut, an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik sind es sogar über 80 Prozent. „Es liegen uns viele Rückmeldungen von Erstsemestern vor, die uns zeigen, wie gut die Unterstützung funktioniert und wie sehr das große Engagement der Mentorinnen und Mentoren geschätzt wird, die sich selbst auch noch im digitalen Semester zurechtfinden müssen,“ sagt Dr. Meike Zellner vom Projekt SKATING. Und ihre Kollegin Stefanie Frank ergänzt: „Auch die Mentoren geben uns vielfach das Feedback, dass besonders in dieser Situation die Relevanz des Programms zum Tragen kommt. Ohne Orientierungsphase und Präsenz-Einführungsveranstaltungen ist die Unterstützung für Studienanfänger durch Mentoren umso wichtiger. Wir sind froh, dass sich flächendeckend so viele Mentoren gemeldet haben. Sie sind die ideale erste Kontaktperson und können Fragen bzw. Probleme schnell und einfach über digitale Wege klären. Über die Netzwerke unserer Mentoren lernen sich auch die ‚Erstis‘ untereinander online kennen.“ Auch die allgemeine Studienberatung des Service-Center Studium und Lehre für alle Studierenden wird aktuell telefonisch, per E-Mail und per Chat angeboten und gut wahrgenommen. Eine Ausweitung auf Videoberatung ist in Planung.

Online-Angebote der Lernzentren und virtuelle Labore

Die zur Unterstützung der Studierenden in ihrem selbstorganisierten Lernen eingerichteten Lernzentren für Mathematik sowie das Lernzentrum für Elektrotechnik haben ihre Beratung ebenfalls online auf E-Mail, Online-Forum oder Video-Konferenzen umgestellt. Zudem werden über die Lernplattform Ilias zusätzliche Übungsmaterialien wie Lehrvideos, Online-Übungen, Erklär-Videos und Applikationen angeboten. In einigen Laboren ist eine Geräteausleihe für ein „Heimlabor“ geplant, das online angeleitet werden kann. Simulationsprogramme und virtuelle Versuche sind unterstützende Lehrmittel für solche „Heimlabore“.

Erfolgreiche Umstellung auf Online-Lehre

Bereits zu Beginn des Semesters Mitte März wurde von der Prorektorin Prof. Dr. Angelika Altmann-Dieses eine Task Force aus Mitarbeitern des Projekts SKATING, Professoren der Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik als Experten der Digitalisierung sowie der Leitung des Informationszentrums gegründet, an die sich Lehrende und akademische Mitarbeiter mit Fragen und Anregungen zur Online-Lehre wenden können. Unter anderem wurden Lizenzen für verschiedene Videokonferenz-Tools angeschafft, um genügend Kapazitäten für die Online-Lehre zur Verfügung zu stellen. „Dass diese Tools umfassend eingesetzt werden, zeigen uns die Nutzungszahlen,“ sagt Martin Mandausch, Projektmitarbeiter von SKATING und Experte für Blended-Learning- und E-Learning-Szenarien an der Hochschule Karlsruhe. „Seit Beginn des Semesters sind deutlich mehr als 6000 Lehrveranstaltungen mit den verschiedensten Tools durchgeführt worden.“ 

Campustag wird virtuell am 20. Juni stattfinden

Für Studieninteressierte ist der Campustag im Sommer die wichtigste Studieninformationsveranstaltung der Hochschule, etwa 30 Prozent der Studierenden nutzten diesen bisher, um sich ein Bild von den Studiengängen, dem Campus und den Service-Angeboten der Hochschule zu machen. Aufgrund der momentanen Situation wird die Hochschule Karlsruhe dieses Event nun virtuell am 20. Juni 2020 durchführen.

Ausblick auf das weitere Semester

Die Lockerungen des Kontaktverbots, die mit der 5. Corona-Verordnung am 17. April 2020 beschlossen wurden, ermöglichen der Hochschule unter bestimmten Voraussetzungen die Durchführung von zwingend notwendigen Praxisveranstaltungen. „Derzeit prüfen wir, wie die praxisnahen Anteile des Studiums vor Ort realisiert werden können, wie also der sichere Betrieb von Laboren wieder anlaufen kann, z. B. über einen Schichtbetrieb in Kleingruppen, bei dem alle notwendigen hygienischen Maßnahmen eingehalten werden,“ sagt Prof. Dr. Angelika Altmann-Dieses, Prorektorin für Studium, Lehre und Internationales. „Wir machen uns aber auch Gedanken, wie wir am Ende des digitalen Semesters die Prüfungen durchführen können. Stand heute besteht die realistische Chance, dass Präsenzprüfungen im Juli unter Einhaltung gewisser Sicherheitsmaßnahmen wie beispielsweise größere Abstände ermöglicht werden können. Aber auch Prüfungen in anderer Form, als bisher gewohnt, wären denkbar. In jedem Fall werden wir dafür sorgen, dass die Studierenden das Semester regulär abschließen können. Aus den Erfahrungen der letzten Wochen können wir allerdings auch sagen, dass bei vielem, was jetzt mit Herzblut und großem Engagement aller Beteiligten an neuen Veranstaltungsformaten, digitalen Lehr-Lern-Materialien und modernen Unterstützungsangeboten erprobt und erarbeitet wurde, es wert ist, auch im regulären Lehrbetrieb fortzuführen.“

Über SKATING

Das Projekt SKATING (Studienreformprozess KArlsruhe zur Transformation des INGenieurstudiums) wird in Kooperation zwischen der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft und der Geschäftsstelle der Studienkommission für Hochschuldidaktik an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg durchgeführt. Als interdisziplinäres Projektteam, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Bund-Länder-Programm für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre („Qualitätspakt Lehre“) gefördert wird, begleitet SKATING bereits seit 2011 einen langfristigen hochschuldidaktischen Transformationsprozess mit dem Ziel, Studierenden mit heterogenen Eingangsvoraussetzungen ein erfolgreiches ingenieurwissenschaftliches Studium zu ermöglichen und individualisierte Wege für erfolgreiches und nachhaltiges Lehren und Lernen zu gestalten. SKATING steht dabei sowohl Studierenden als auch Lehrenden mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten beiseite.  

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