Mehr Sicherheit für autonomes Fahren

IEMCON-Auszeichnung für das Institut Energieeffiziente Mobilität (IEEM) in der Kategorie „Robotik und autonome Systeme"

10. Dezember 2020

Die Automobilbranche befindet sich derzeit in einem Wandel. Eine nachhaltige und vor allem auch sichere Mobilität der Zukunft erfordert intelligente und innovative Lösungen. Deshalb haben die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) und die Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft 2018 eine Forschungskooperation abgeschlossen: Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit am Institut für Energieeffiziente Mobilität (IEEM) der Hochschule steht die „Diagnose autonomer Fahrfunktionen“ und die „Prüfung von sicherheitsrelevanten Fahrzeugsystemen“. Eine Forschergruppe untersucht noch bis 2022 gemeinsame Projekte in Promotionen, Bachelor- und Masterarbeiten. Prof. Dr.-Ing. Philipp Nenninger und Prof. Dr.-Ing. Reiner Kriesten leiten diese Gruppe von Seiten der Hochschule zusammen mit Visar Nikqi und Michel Varga von der GTÜ. Das Ziel ist, einen Beitrag zur Verkehrssicherheit von morgen zu liefern, indem Fragen beantwortet werden wie: Welche autonomen Systeme müssen zukünftig wie überprüft werden und in welchem Umfang muss dies geschehen?

Der akademische Mitarbeiter in der Forschungsgruppe beim IEEM, Felix Müller, sowie Prof. Dr.-Ing. Philipp  Nenninger der Hochschule Karlsruhe und Prof. Dr.-Ing. Eric Sax vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Doktorvater im Promotionsvorhaben von Herrn Müller, haben zum Thema Verkehrssicherheit ein Paper verfasst, das Herr Müller bei der elften, jährlich stattfindenden IEEE Information Technology, Electronics and Mobile Communication Conference (IEMCON) kürzlich präsentiert hat. Der Aufsatz mit dem Titel „Analysis of Requirements for Autonomous Driving Systems“ (Analyse der Anforderungen an autonome Fahrsysteme) erhielt eine Auszeichnung als bester Beitrag in der Kategorie „Robotik und autonome Systeme“.

In dem Beitrag geben die Autoren einen Überblick über das Thema der regelmäßigen technischen Inspektion von Autos im Allgemeinen und konzentrieren sich speziell auf die Situation in Deutschland. „Die Hauptuntersuchung hat über die Jahre einen großen Beitrag geleistet, um die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen zu erhöhen“, erklärt Felix Müller. „In diesem Projekt legen wir den Grundstein für die Zukunft, sodass auch für autonome Fahrzeuge diese Sicherheit geboten werden kann. Sie sollen technisch einwandfrei auf unseren Straßen unterwegs sein.“ In der Veröffentlichung stellte Müller einen ersten Ansatz vor, der die Grundlage für die Funktionsbewertung von Radarsystemen in der Hauptuntersuchung liefern kann. Assistenzsysteme bis hin zu zukünftigen autonomen Fahrfunktionen dienen der Sicherheit und dem Komfort im Straßenverkehr. Mit einer Vielzahl an Sensoren, Kameras und Aktoren ist es dem Auto von heute bereits möglich, auf unterschiedliche Fahrsituationen zu reagieren, beispielsweise in Form eines Spurhalteassistenten oder auch eines Notbremsassistenten.

Das autonome Ausführen von Fahrfunktionen erfordert ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Sicherheit. Hier kommen viele mögliche Fehlerquellen ins Spiel, die die Funktion eines autonomen Systems beeinflussen, wie zum Beispiel ein nicht richtig ausgerichteter Sensor, Beschädigungen, unsachgemäße Reparaturen oder auch gezielte Manipulationen. Diese und viele weitere Möglichkeiten müssen erkannt werden, um die entsprechende Fahrfunktion im Alltag mit Vertrauen nutzen zu können.