9.12.2011

Gemeinsame Stiftungsinitiative

Für Innovationen in der Hochschullehre erhält Professor der Hochschule Karlsruhe mit 50 000 Euro dotierten Förderpreis

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Auf die gemeinsame Ausschreibung „Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre“ der Baden-Württemberg Stiftung, der Joachim Herz Stiftung und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft hatten sich 181 Hochschulen beworben. Die beteiligten Stiftungen bewilligen jetzt die ersten 16 Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre, die von einer Jury aus Fachvertretern, Hochschuldidaktikern und Studierenden ausgewählt wurden. Zu den Empfängern des mit je 50 000 Euro dotierten Förderpreises gehört auch Prof. Dr. Andreas Heberle aus der Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft.

Lehrende aller Fächer waren in der Ausschreibung aufgerufen, Ideen für die Stärkung der Lehre beizutragen. Die 16 Fellowships schaffen nun den nötigen Freiraum, um neue Lehr- und Prüfungsformate zu erarbeiten und Ideen zur Reform des Studienablaufs zu entwickeln. „Das große Echo des Programms zeigt, dass wir einen Nerv der Hochschulen getroffen haben“, sagte Stifterverbandsgeneralsekretär Andreas Schlüter. Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, zeigte sich erfreut über die hohe Beteiligung in Baden-Württemberg mit 61 Anträgen: „Die Erneuerung und Verbesserung der Lehre steht inzwischen ganz oben auf der Agenda der Hochschulen im Südwesten.“

Das Fellowship erhält Prof. Dr. Andreas Heberle von der Baden-Württemberg Stiftung für sein Konzept für internationale Anwendungsprojekte an Hochschulen. In seiner Veranstaltung „Anwendungsprojekt“ im Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Karlsruhe bearbeiten Studierende im Team und unter äußerst realistischen Rahmenbedingungen Aufgaben von tatsächlichen Kunden. So entwickelten und entwickeln die Studierenden beispielsweise ein System für mobiles Einkaufen und Bezahlen über Smart Phones, ein Transportportal für Kleinkuriere, ein Ausleihsystem für das Medienzentrum der Karlsruher Universitätsbibliothek und ein Partnervermittlungsportal zur Förderung der Kontakte zwischen deutschen und ausländischen Studierenden an der Hochschule. „In dieser Form des Projektstudiums fördern wir die hohe Eigenverantwortlichkeit der Studierenden, die dabei in die Rolle des Auftragnehmers schlüpfen“, so Prof. Dr. Andreas Heberle, „von Professorenseite agieren wir als Coachs und sorgen so für eine sehr intensive Betreuung der Gruppe. Die Studierenden können nicht nur das in Vorlesungen und Seminaren Erlernte praxisbezogen anwenden, sondern es werden auch ihre sozialen Kompetenzen gefördert.“ Ein Konzept, das auch bei den Studierenden sehr gut ankommt, wie deren Bewertung der Veranstaltung zeigt.

Die geplante Lehrinnovation zielt auf eine Internationalisierung des bestehenden, sehr erfolgreichen Konzepts ab, um den Anforderungen von Unternehmen nach interkultureller Handlungskompetenz Rechnung zu tragen. Zukünftig sollen Projekte mit Austauschstudierenden und ausländischen Kunden durch Zusammenarbeit mit Teams an Partnerhochschulen im Ausland durchgeführt werden. Gleichzeitig werden die Methoden verbessert, um den Umgang mit stark heterogenem Vorwissen, die Kombination von Coaching und Leistungsbewertung und die Effizienz der Betreuung zu optimieren. Ein Handbuch und ein Werkzeugkasten werden entwickelt, damit andere (auch ausländische) Hochschulen das Konzept leicht übernehmen können.

Die heutigen Lehrschwerpunkte von Prof. Dr. Andreas Heberle in der Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Karlsruhe sind Anwendungsintegration, -architekturen und -projekte. Er studierte Informatik an der Universität Karlsruhe und war dort im Anschluss als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Von 2000 bis 2008 arbeitete er u. a. als Principal Consultant bei der entory AG sowie als Development Project Manager bei der SAP AG.