Die Mobilität ist, nach einer Studie des Fraunhofer Institutes, das zweitwichtigste Zukunftsfeld nach der Gesundheitsvorsorge:

„Das Zukunftsfeld Mobilität befasst sich mit Fragestellungen im Personen- und Güterverkehr der Bereiche Fahrzeug- und Antriebstechnologien, Infrastrukturen, Mobilitäts-, Logistik- und Siedlungskonzepte, Steuerungsinstrumente der Verkehrspolitik sowie dem Einfluss des Verkehrs auf Gesellschaft und Umwelt. Ziel der Gestaltung eines zukunftsfähigen Verkehrssystems besteht dabei in der Berücksichtigung der drei Säulen der Nachhaltigkeit, d. h. der langfristigen ökologischen, ökonomischen und sozialen Verträglichkeit.

Vor den Herausforderungen zunehmender Konkurrenz auf den internationalen Produktions- und Absatzmärkten, der Verknappung fossiler Rohstoffe, des Klimawandels und einer wachsenden globalen Armut, wird die Bewältigung der Herausforderungen an nachhaltige Wirtschafts- und Verkehrssysteme immer drängender.“

Damit besetzt dieser Studiengang das Feld der Mobilität in erforderlicher prominenter Art und Weise und in Übereinstimmung mit der aktuellen Landespolitik:

„Wir wollen unser Land zu einer Pionierregion für nachhaltige Mobilität machen. Wir wollen moderne Mobilitätskonzepte, die mithilfe intelligenter Steuerungssysteme zu einer besseren Nutzung der Verkehrswege führen und die verschiedenen Verkehrssysteme miteinander verbinden, auch durch Modellprojekte stärken. Dies betrifft den Einsatz von Fahrzeugen im Alltag sowie integrierte Konzepte, die sämtliche Verkehrsträger Schiene, Straßen, Wasserwege und den Flugverkehr intelligent verknüpfen. “

In Summe ist davon auszugehen, dass die Absolventen in allen Bereichen mobilitätsrelevanter Forschung- und Entwicklung sowie in den Ingenieurbüros und bei Entscheidungstragenden eine hohe Nachfrage haben.

Mit dem Studiengang wird eine weitere wichtige Basis für eine Interdisziplinäre Forschung gelegt, welche in der Lage ist, neben der Optimierung einzelner, technischer Komponenten, die Integration von Technologien in das Mobilitätsverhalten zu leisten – in Lehre und in der Forschung.

„Mobilität von morgen mit der Technik von heute“ – stetig fortgeschrieben – zielt darauf ab, die „Wartezeiten“ auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität zu minimieren. Dies gibt Perspektive für Lehre und Forschung, für Studierende und Arbeitgeber, für Entwicklung und Anwendung und schafft Anschlüsse an und für andere Disziplinen. 

Anregungen von potenziellen Arbeitgebern

Durch die Entwicklung des Studiengangs aus der Anfrage eines Unternehmens heraus (init AG, Karlsruhe) hat sich eine Kooperation mit mehreren Partnern entwickelt, die den Studiengang finanziell und/oder durch die Übernahme von Lehraufträgen und/oder Projektbetreuung etc. unterstützen. Kooperationspartner sind bisher die init AG, Karlsruhe (Weltmarktführer in ÖPNV-Telematik-Anwendungen), die ptv AG, Karlsruhe (Weltmarktführer in Verkehrsplanungs- und -simulationssoftware), SIEMENS AG (Weltmarktführer im Bereich der Verkehrstechnik). Weitere Partner sind denkbar und werden angefragt .

Ein derartiger Studiengang ist - auch in der Beteiligung der Kooperationspartner - bundesweit einmalig.

Die Einsatzmöglichkeiten des Absolventen des Studiengangs Verkehrssystemmanagement liegen unter anderem in

  • Industrieunternehmen, z.B. aus der Kommunikationsindustrie (Signaltechnik, Leiteinrichtungen, Informationssysteme, …) und der Automobilindustrie; 
  • Ingenieurbüros für Verkehrsplanung, Stadtplanung, Raum- und Umweltplanung, Verkehrsleittechnik, Softwareentwicklung, …;
  • Öffentlichen Nahverkehrsbetrieben;
  • Eisenbahngesellschaften;
  • Verkehrsberatungen (Mobilitätszentralen, Verkehrsmanagementzentralen, …);
  • Verbänden wie z.B. Verband der Automobilindustrie (VDA), Verband der Verkehrsunternehmen (VDV), Umweltverbände, Industrie- und Handelskammer, …;
  • Planungsverbänden wie z.B. Verkehrsverbünde, Umlandverbände, Großraumverbände, …;
  • Bundesbehörden und -ministerien wie z.B. Ministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Umweltbundesamt, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bundesanstalt für Straßenwesen, …; 
  • Landesbehörden und -ministerien;
  • Kommunalverwaltungen (Stadtplanungsamt, Verkehrsplanungsamt, Tiefbauamt, …) sowie in
  • Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Als ein erster Beleg für die Nachhaltigkeit des Studiengangs Verkehrssystemmanagements kann sicherlich herangezogen werden, dass über eine Stiftungsprofessur incl. wissenschaftlichem Personal sowie durch Lehraufträge, Projektbetreuung, Software etc. der Studiengang mit einem Volumen von ca. € 750.000,00 von Dritter Seite in den kommenden fünf Jahren unterstützt wird!

Anregungen von Studierenden und Absolventen

Der Studiengang wird als neuer Studiengang eingerichtet, insofern liegen keine Erfahrungen aus diesem Studiengang konkret vor. Die Entwickler des Curriculums haben aus ihren Erfahrungen mit der Umstellung der Diplomstudiengänge auf Bachelor-/Master-Studiengänge sowohl die Struktur als auch die Studien- und Prüfungsleistungen geplant und mit Studierenden der Fakultäten für Architektur und Bauwesen sowie der Fakultät für Geomatik erörtert.

Dabei sind als wesentliche Aspekte in diesem Studiengang umgesetzt worden:

  • Mobilitätsbezogene Inhalte bereits ab dem ersten Semester:
    In anderen Studiengängen werden in den unteren Semestern zunächst ausschließlich allgemeine Grundlagenfächer angeboten und erst ab etwa dem 3. Semester werden die fachbezogenen Inhalte aufgenommen.

  •  Didaktisches Konzept zur Praxisanwendung:

    • Verstärkt Übungen und Übungsprojekte als Teil von Vorlesungen, Studienleistung bzw. Prüfungsvorleistung in den ersten Semestern,
    • im 4. Semester das Studienprojekt (Modul),
    • im 5. Semester praktisches Studiensemester,
    • im 6. Und 7. Semester Vertiefung mit Bachelorthesis als Abschluss.



  • Auslandssemester:
    Im 3.+4. Wird die Möglichkeit angeboten ein Auslandssemester wahrzunehmen (Mobilitätsfenster). Der Zeitraum so ist gewählt, dass im Grundstudium die Studierenden an die Hochschule gebunden werden und die notwendigen Grundlagen für diesen Studiengang erhalten. Im Grundfachstudium kann dann im Ausland studiert werden. Hier werden ggf. Variationen von Studieninhalten nicht als Lücken ausgebildet, die nachträglich zu schließen sind, was durch den Aufbau der Module und deren Eingang in das Ab-schlusszeugnis erreicht wird. Das Vertiefungsstudium muss dann zwingend an der Hochschule Karlsruhe absolviert werden. In diesen Semestern erhalten die Studierenden des Studiengangs ihre hochschulspezi-fische, inhaltliche Prägung. Die Vertiefung ist ein Alleinstellungs- und Qualitätsmerkmal dieses Studien-gangs, das für den Abschluss des Studiengangs an der Hochschule Karlsruhe als zwingen erachtet wird.

Hinzu kommen Details in der Gestaltung von Prüfungen und Prüfungsleistungen.