50 Jahre Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften hat im Jahr 2015 ihr 50jähriges Jubiläum begangen. Die Erfolgsgeschichte der Fakultät begann mit der Einführung des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen (Früher zunächst: Wirtschafts- und Betriebstechnik) im Jahre 1965. Seit dem haben bereits tausende AbsolventInnen den Studiengang erfolgreich abgeschlossen. Die Besonderheit dieses interdisziplinären Studiengangs war und ist die Verschmelzung technischer und ökonomischer Studieninhalte. Exzellente Lehre wird mit hohem Praxisbezug und der Möglichkeit bis zu drei Semester (Praktikum, Studiensemester und Thesis-Semester) im Ausland zu verbringen gekoppelt. Die beruflichen Chancen für die AbsolventInnen sind hervorragend.

Dies hat sich auch am Freitag, den 27. November 2015 wieder gezeigt, als die Fakultät ihr 50jähriges Bestehen mit einer großen Jubiläumsveranstaltung gewürdigt hat. Daran haben hochkarätige Gäste aus Industie, Politik und Gesellschaft teilgenommen, sowie zahlreiche AbsolventInnen, die die hervorragenden Berufsschancen mit dem Abschluss des Wirtschaftsingenieurs bestätigt haben.


In diesem Sinne: Ad multos Annos!

 

Das detaillierte Programm der Jubiläumsveranstaltung finden Sie hier. In den folgenden Abschnitten werden  kurze Auszüge aus den Redebeiträgen des Vormittags wiedergegeben, die den Tenor der Veranstaltung besonders gut zum Ausdruck bringen. Am Ende dieser Seite finden Sie zudem einige relevante Verlinkungen und Fotos der Veranstaltung.

Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel, Rektor der Hochschule Karlsruhe, ging in seinem Grußwort auf die Internationalisierung der Hochschule und der Fakultät W ein: "Die internationale Ausrichtung hat einen ganz anderen Stellenwert bekommen. An unserer Hochschule bestehen 13 Doppel- bzw. Mehrfachabschlussprogramme. 40% unserer Studierenden verbringen während ihres Studiums mindestens ein Semester im Ausland, entweder ein Theoriesemester an einer unserer zahlreichen internationalen Partnerhochschulen oder ein praktisches Studiensemester. Bei dieser Entwicklung ist die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften beispielgebend innerhalb unserer Hochschule."

Zum Standing der Fakultät führte Meisel weiterhin an: "Tatsächlich nimmt die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften eine herausragende Rolle an der Hochschule Karlsruhe ein, wie sie sich bereits im Hochschulnamen 'Technik und Wirtschaft' ausdrückt. Die Hochschule erfährt mit der Fakultät neben den mehrheitlich technisch ausgerichteten Fakultäten und Studienangeboten eine wichtige Ergänzung." Was sich auch an den Bewerberzahlen bemisst. Denn "in manchen Jahren entfielen mehr als ein Drittel der Bewerbungen allein auf die Fakultät W - ganz zu schweigen von der Frauenquote, die bei W weit überdurchschnittlich hoch ist."

In ihrer Festrede würdigte Dr. Simone Schwanitz, Ministerialdirektorin des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, Baden-Württemberg, die Rolle der Hochschulen für angewandte Wissenschaften: „Die Hochschulen für angewandte Wissenschaften tragen mit ihren engen Kontakten zu kleineren und mittleren Unternehmen entscheidend dazu bei, dass Baden-Württemberg Europas Innovationsregion Nummer Eins ist“. Dafür stehe auch die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Hochschule Karlsruhe, deren qualitative Bedeutung sie zu einer der „Top-Adressen in Deutschland in ihrem Fach“ mache.

In seinem Rückblick berichtet Prof. Klaus Schweitzer, ehemaliger Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, wie die Studiengänge der Fakultät ins Leben gerufen worden sind und mit welchen "Hürden" dies verbunden gewesen ist. Zum Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen sagte er: "Es entwickelte sich daher die Idee des Simultanstudiums Technik/Wirtschaft." Der damalige Direktor der Ingenieurschule befand jedoch: "'Das ist weder Fisch noch Fleisch, das funktioniert nicht!' Jedoch unser Jurist aus der 'Allgemeinen Abteilung', unser verehrter Valentin Merger (Gründungsdekan der Fakultät), sah die Sache anders und war überzeugt: 'Mit Engagement und guten Lehrkräften wird etwas daraus.'" 

Zu dem zweiten Erfolgsstudiengang der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, dem Studiengang International Management (auch Bachelor und Master), sagte Schweitzer weiter: " Aus der Überlegung heraus, dass Karlsruhe das Zentrum einer Region mit mehreren hunderttausend Menschen ist, waren wir überzeugt, dass eine ausreichende Interessentanzahl für ein BWL-Studiengang zu rekrutieren sei. Als der damalige Rektor Prof. Werner Fischer mit uns darüber reflektierte, waren wir der Meinung, dass der neue Studiengang eine besondere Betonung auf Internationalität haben müsse. Wir haben daher die BWL-Fächer mit der Pflichtbelegung zweier Fremdsprachen bei hohem Qualitätsanspruch und einem Pflicht-Praxissemester im Ausland angereichert."

Prof. Dr.-Ing. Michael Schopen, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, beschreibt die Erfolgsfaktoren des Wirtschaftsingenieurwesens wie folgt: "Diese bestehen insbesondere in einem breit angelegten Fächerkanon der relevanten ingenieur- und betriebswissenschaftlichen Fachgebiete, der Notwendigkeit von Praxissemestern und der Möglichkeit einer Abschlussarbeit in der Praxis. Die Beibehaltung dieser Schwerpunkte war mit einer der Gründe für die schlussendliche Überführung der Studiengänge in achtsemestrige Bachelorstudiengänge. ... Pflichtfächer ergänzen sich im Studium mit der Wahl individuell möglichen Kombinationen von Vertiefungen und Wahlpflichtfächern im Sinne eines flexiblen Studienaufbaus für jeden einzelnen Studierenden. Hierdurch sind auch Schwerpunkte in den jeweiligen Studiengängen wählbar, die sowohl den individuellen Interessen der Studierenden entsprechen als auch Raum für eine Adaptionen des Curriculums an aktuelle Themengebiete ermöglichen."

Im Bereich der Internationalisierung berichtet Schopen, dass die Bestrebungen auch in Zukunft weiter ausgebaut werden sollen.

Neben der Möglichkeit sowohl das Praxissemester, ein Auslandsstudiensemester und das Thesis-Semester im Ausland zu absolvieren, kann seit Wintersemester 2015/2016 der internationale Masterstudiengang Tricontinental Master in Global Studies studiert werden oder künftig, ab WS 2016/2017 ein Doppelabschluss im Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit der Partner Hochschule UNL in Santa Fé, Argentinien erworben werden. "Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften stellt schon heute mehr als 50% der Outgoings der gesamten Hochschule Karlsruhe, d.h. der Studierenden, die ein Semester im Ausland studieren" so Schopen weiter. "Bevorzugte Ziele der mehr als 150 Studierenden, die jedes Jahr Prüfungsleistungen an einer anderen Hochschule erbringen, sind Mexiko, die USA und Schottland."

Auch im Bereich der angewandten Forschung entwickelt sich die Fakultät rasant weiter. "Durch eine Stärkung der Themen im Bereich der angewandten Forschung können wir nachdrücklich die Attraktivität in unsere Studiengänge verstetigen indem wir den Studierenden Entwicklungswege über die gesamte Spanne der akademischen Ausbildung vom Bachelor über den Master bis zur Promotion aufzeigen."

Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Trumpf GmbH & Co. KG, ging in ihrem Keynote-Vortrag auf die Anforderungen der Wirtschaft an heutige Absolventen ein und hob dabei auch die Wirtschaftsingenieurwissenschaften hervor. „Der Wirtschaftsingenieur ist gewissermaßen eine jüngere Spezies unter den Ingenieuren“, sagte sie, „aber mit 50 Jahren reif genug, um eine gestandene Persönlichkeit zu sein.“ Sie unterstrich, dass Unternehmen Absolventen heute nicht allein danach auswählten, was sie studierten. „Was wir brauchen, sind junge Menschen, die leistungsbereit sind, aber auch einen gesunden Blick auf Wirtschaft und Gesellschaft mitbringen.“

 

Fotos der Jubiläumsveranstaltung (Fotograf: Tobias Schwerdt):